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Mittwoch, 29. Februar 2012

Hanse Spirit 2012 - Ein Rundgang


Auch dieses Jahr öffnete die Hanse Spirit in Hamburg wieder seine Pforten. Ort hierfür war das wunderschöne Curio Haus in HH-Rothenbaum. Es bietet eine perfekte Symbiose aus historischem Denkmal und einzigartigem Veranstaltungsort.



Mehr als 30 Aussteller fanden sich vom 25.02.2012 bis 26.02.2012 ein und zogen an diesem Wochenende ca. 1300 Besucher an. An den verschiedensten Ständen konnte man alles probieren, was das "hochprozentige" Herz begehrt. Dazu bekam man am Eingang zum Eintritt ein Nosing-Glas ausgehändigt. Nachdem man nun die Garderobe hinter sich gelassen hatte, konnte man sich im Erdgeschoss stärken und sich mit diversen Speisen eine Grundlage schaffen.
Im Erdgeschoss konnte man sich dann auch Tickets für diverse Vorträge, wie zum Beispiel Fassgelagerte Spirtuosen kaufen, wenn man dies nicht bereits vorher schon Online getan hat. Aber gehen wir weiter ins Obergeschoss. Hier gehts dann richtig los. Im Gegensatz zu letztem Jahr, wo fast nur Whisky angeboten und ausgeschenkt wurde, wird die Messe ihrem Namen "Hanse Spirit" immer gerechter. So stellten u. a. die Edelbrennerei Dirker ihre Liköre und die Jungs von The Duke ihren Gin vor. Aber auch Rum-Freunde kamen diesmal auf ihre Kosten.


Oben mischten sich auf zwei Etagen Whisky-Händler und etablierte Firmen wie Borco, Campari oder Beam Global mit kleinen, zum Teil privaten Unternehmen. Zu letzterem gehört zu Beispiel die Firma Säntis Malt aus der Schweiz.
Diese Destille gehört zu einer von zwei meiner Highlights dieser Messe, die ich hier näher beleuchten möchte.
Säntis Malt ist eigentlich eine über 100 Jahre alte Brauerei, die aber bereits seit 1999 auch Whisky herstellt. Die Säntis Malt Edition "Dreifaltigkeit", wurde 2010 von Jim Murray sogar zum "European Whisky of the Year" ausgezeichnet. Ich probierte die extra für
Deutschland produzierte "German Edition". Mein Eindruck von diesem Whisky war ebenfalls sehr positiv.


Der Whisky ist schön rund, hat eine leichte Lakritznote, wenngleich nicht salzig, aber trotzdem feine Gewürze und mit der Zeit eine angenehm fruchtige Note.
Diese Einzelfassabfüllung wurde bewusst auf 48 % Vol. herab gesetzt, damit der normale Whiskyliebhaber einen schön runden und nicht so sprittigen Whisky verkosten kann, aber auch für Liebhaber von Fassstärken einen guten Kompromiss darstellt.
Der "Edition Säntis" schmeckte mir ebenfalls sehr gut. Leicht rauchige Noten, die aber weniger mit Torf, als eher mit geräuchertem Schinken zu vergleichen waren. Schuld daran ist das Holz, in dem das Destillat gelagert wird. Dieses wird in Eichenfässern gelagert, in dem vorher jahrelang Bier reifte !



Mein zweites Highlight dieser Messe war Tres Hombres. Wobei es mir hier weniger um den Rum an sich ging, als um die Philosophie des Fair Trade Transport. Und darum geht´s:
Drei Männer (zwei Holländer und ein Österreicher) bringen ein altes deutsches Kriegsschiff auf Vordermann, um damit von Europa aus in die Karibik zu segeln und dort Waren gegen Rum zu tauschen. Das alles umweltfreundlich ohne CO2 Emmision. Wow! Hier ein toller Bericht über dieses Projekt, der alles sagt, beim What a Drink Blog.


Der Rum ist klasse. Und wenn man die Geschichte darüber hört oder liest, zahlt man für den in Holzfässern ökologisch über den Ozean geschwappten Rum gern ein wenig mehr.

Zum Rum oder zum Whisky passt natürlich auch eine Zigarre. Diese konnte man sich nach eigenem Geschmack von einer Zigarrenrollerin auf der 50qm großen Empore álla Minute rollen lassen. Danach konnte man sich ins Ledersofa plumpsen lassen und sie mit einen geruhsamen Blick nach unten auf den Trubel genießen.

Ich half ein wenig auf dieser Messe aus, sodass ich einige Vorträge miterleben konnte.
Mein Favorit war hier mal wieder Helge Müller, der mit vollem Körpereinsatz alles zum Irischen Whisky erklärte.


Wer Helge auch mal in Aktion erleben möchte, hat jetzt die Gelegenheit an jedem ersten Montag im Monat dabei zu sein, wenn Helge die Welt des Whiskys erklärt. Gewisse Whisky-Kenntnisse und Barerfahrung werden vorausgesetzt.


Mein Fazit:
Die Hanse Spirit ist im Norden zu einer festen Größe geworden. Mit gut 1300 Besuchern an zwei Tagen hat sie dieses Jahr bereits 80% mehr Gäste als im letzten Jahr. Das bedeutet natürlich, das diese Messe nun auch für die Industrie interessanter wird. Die entspannte Atmosphäre und die - trotz Stress - gut gelaunten Helfer und Verantwortlichen tragen ihren Teil dazu bei.
Heraus heben möchte ich den Verantwortlichen Chris Rickert, der es geschafft hat, eine Messe auf die Beine zu stellen, die locker mit der Frankfurter InterWhisky, der Aquavitae in Essen oder dem Berliner Whisky Herbst mithalten kann.



Bis bald Olaf

Bildquellen: www.
Borco.de, towt.eu, hanse-spirit.de

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