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Sonntag, 11. Dezember 2011

B hoch 3 oder was man mit 750 Litern Bockbier anstellt

Immer wieder Sonntags...

...haben meine Freundin und ich ein Ritual. Wir gehen ins Rollberger. Die kleine sympathische Brauerei im Herzen von Berlin-Neukölln, über die wir hier bereits berichteten. Dort lassen wir in aller Ruhe das Wochenende ausklingen. Die verrückte Bedienung Soon Lee findet dort ihren Ausgleich zum Fotografieren (sie sorgt u.a. für die tollen Bilder von Mike Meinkes Barlife Experience Tours oder anderen Events). Meist ist einer der beiden Betreiber da und so hält man mit Nils Heins oder Wilko Bereit ein kleines Schwätzchen.

Und wie wir letzten Sonntag wieder einmal dort am Tresen sitzen, stellt mir Nils ein Nosingglas vor meinen Riecher und wartet mit einem leichten Grinsen im Gesicht auf meine Reaktion. Und ich habe natürlich keinen blassen Schimmer, was er mir da hingestellt hat.

Ich schwenke also die klare Flüssigkeit und sehe tolle Bögen, die sich am Glasrand abzeichnen. Scheint also schonmal etwas Hochprozentiges zu sein. Ich halte also meinen Rüssel ins Glas. Tequila kann es nicht sein, nicht mal ein Hauch von Agave. Der leicht alkoholische Geruch lässt mich kurz Wodka vermuten, aber dafür ist der Geruch wieder irgendwie zu speziell. Ich lasse also einen ersten Schluck über die Zunge gleiten. Wow! Legt sich sofort geschmeidig überall im Mund hin. Die sehr fruchtige Note lässt dann einen Brand vermuten, welches von Nils sofort bestätigt wird. Aber hey, was ist das für ein Geschmack im Abgang? Schmecke ich da tatsächlich einen Hauch von Hefe und dunklem Bier? Wie soll das denn bitte gehen?


Ganz einfach - B3 heisst das verrückte Gesöff und steht für BockBierBrand! Und mir fällt sofort Ray Garveys neue Wortkreation ein, die er in "The Voice of Germany" zum Besten gab: un"fucking"fassbar!

Nils grinst und auf meine Frage, wie man denn auf so eine Idee kommt, gibt er gern Auskunft.
Man nehme einen verrückten Brau- und Mälzmeister (Wilko Bereit), 750 Liter Bockbier, die man übrig hat und nicht mehr verkaufen, geschweige denn aber in den Gully kippen möchte und einen Kontakt zu Diplom Brauingenieur Martin Eschenbrenner, der in Berlin Wedding seit 2001 in der Hausbrauerei Eschenbrenner nicht nur tolle regionale Biere, sondern auch Brände herstellt.


So wurden die 750 Litern also kräftig destilliert und heraus kamen 30 Liter eines Bockbierdestillats mit einem Alkoholgehalt von ca. 82-85 % Volumen. Da das natürlich blind und doof machen würde, setzte Wilko den Brand mit seinem Brauwasser auf eine Trinkstärke von etwas mehr als 40 % Volumen herab und füllte es in schlanke 0,2 Liter Fläschchen ab. Und ich kann nur noch einmal sagen: Wow! Echt der Hammer! Umso größer war natürlich meine Freude, als Nils mir ein liebevoll versiegeltes und handbelabeltes Fläschchen für diesen Bericht überliess...!

B hoch 3 wird es aufgrund der begrenzten kleinen Stückzahl nicht im LEH-Verkauf geben, aber alle Brandinteressierten Berliner können von Donnerstag bis Sonntag jeweils ab 17 Uhr in der Werbellinstr. 50 in den Genuss des köstlichen Destillats kommen und dort auch - falls gewünscht und solange der Vorrat reicht - ein Fläschchen für sagenhafte 10,- € käuflich erwerben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich an Sonntag Abenden neben Euch am Tresen sitze, ist nicht grad klein... ;)

Bis dahin - Euer Jens

2 Kommentare:

  1. Bravo - zu so einer genialen Idee kann man nur Beifall klatschen! :D

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  2. Fand ich auch Sarah, das Ergebnis ist mehr als gelungen... :)

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