Gleich zu Beginn möchte ich hier festhalten: Bier gehört in eine Bar !
Wie sieht es denn aber nun mit Weizenbier aus? Da scheiden sich die Geister. Im Norden der Republik vielleicht eine berechtigte Frage. In Bayern kann man bestimmt nicht verstehen, warum diese Frage überhaupt gestellt wird. Okay, das sind regionale Sichtweisen. Am Ende sollen das andere Entscheiden...
Man kann das Rad nicht neu erfinden, trotzdem suchen Bierkonzerne weiter nach innovativen Ideen, wie man sein Produkt interessanter machen kann. Da gibt es nun die hippen Biermischgetränke allá Veltins V+, Schöfferhofer Grapefruit oder Beck´s Green Lemon, um nur einige zu nennen.Im Gegensatz dazu gibt es nun den Trend ganz edle Gerstensäfte zu brauen.
Nachdem Braufactum bereits neue Wege geht und sogenannte Edelbiere herstellt, kommen nun auch die Braugiganten, wie in diesem Falle die zum InBev Konzern gehörende Franziskaner Brauerei in München darauf, einen ganz besonderen Gerstensaft herzustellen.
Franziskaner führt nun dieses Jahr zum ersten Mal ein Jahrgangsweizen ein!
Was bedeutet das?Im Pressetext heißt es:
Die Franziskaner Braumeister werden jedes Jahr eine neue Rezeptur Jahrgangsweissbier komponieren, so dass jedes Jahr ein neues Geschmackserlebnis präsentiert werden kann.
Auch im Jahre 2012 wird es dann ein Jahrgang des Weizenbieres geben. In der
Blogwelt wurde dieses Bier auch schon vorgestellt. Den besten Bericht fand ich hier bei what a drink.
Aber wir sind ja nicht irgendein Blog. Nein, wir gehen einen Schritt weiter und haben das "königliche" gegen das kristallklare Franziskaner und dem Naturtrüben Hefe verkostet.

Optisch präsentiert sich die Flasche Fraziskaner Royal im Gegensatz zu seinen Brüdern sehr hochwertig. Dominierend sind hier die Farben Gold, schwarz und Anthrazit, sowie eine Kronkorkenfolierung. Was mir sofort auffällt, ist dass keine Jahreszahl auf dem Etikett zu finden ist. Aus welchem Jahr ist den nun dieses Jahrgangsweizen? Vermutlich aus 2011, da es ja dieses Jahr zum ersten Mal präsentiert wird.
Hier nun die drei Bayern im Direktvergleich. Fangen wir gleich mit dem Royalen an.

Franzikaner Royal:
Alkoholgehalt : 5,0 Vol. %
Stammwürzegehalt : 11,7 %
Gebinde : 0,5 l Glasflasche
Optik : Leicht trüb. Nicht so trüb wie das Hefeweizen aber auch nicht Kristallklar. Honiggelb. Schöne, üppige, feinporige Schaumkrone. Stark perlend.
Nase : Feiner Hefeduft paart sich mit einer leichten Bananennote. Sehr angenehm.
Mundgefühl : Stark moussierend auf der Zunge. Leichte Schaumbildung.
Geschmack : Hier setzt sich der positive Eindruck aus der Nase leider nicht fort. Leicht fruchtig. Oder besser gesagt eher säuerlich. Leichte bittere Hopfennote. Nicht vollmundig.
Nachhall : Die Bitternote ist schnell verflogen. Am Ende bleibt ein wenig Säure und eine ganz große leere.

Franziskaner Kristallklar:
Alkoholgehalt : 5,0 Vol. %
Stammwürzegehalt : 11,8 %
Gebinde : 0,5 l Glasflasche
Optik : Schöne Bernsteinfarbe, feine Perlage, etwas gröbere Schaumkrone.
Nase : Fast neutral, kaum hefig
Mundgefühl : Leicht moussierend, keine Schaumbildung eher frisch und spritzig.
Geschmack : Tolle würzige Weizenbiernote. Mehr Geschmack als die Nase vermuten lies, Feine Hopfenbittere. Hier kam von allen dreien der Hopfen am stärksten zur Geltung.
Nachhall : Der Hopfen dominiert, leichte Bananennote.

Franziskaner Naturtrüb:
Alkoholgehalt : 5,0 Vol %
Stammwürzegehalt : 11,8 %
Gebinde : 0,5 l Glasflasche
Optik : Trüb, sattes Goldgelb, schöne üppige und feinporige Schaumkrone. Feine Perlage
Nase : Nur ein Wort: Banane
Mundgefühl : leicht moussierend, stärkere Schaumbildung
Geschmack : Hefig, würzig, bananig, kurz gesagt extrem süffig
Nachhall : Hefe und Banane
Das Franziskaner Royal kann man in einem Fünferpack kaufen in dem dann noch ein speziell für dieses Weizen hergestelltes Weissbierglas enthalten ist. Dieses soll durch seine extravagante Form die besondere Aromavielfalt unterstützen. Zu dem ist der Glasrand anders geformt, um
einen optimalen Trinkgenuss zu unterstützen. Das Glas ist chic aber sehr wackelig durch den schlanken Fuß.

Fazit: Der Geschmackssieger ist hier klar das Hefe. Es offenbart sich hier gegenüber den anderen als Geschmacksbombe. Das Franziskaner Royal hingegen ist überflüssig wie ein Kropf. Braucht man beim Bier, ähnlich wie beim Wein, einen Jahrgangstropfen? Ein ganz klares Nein! Denn anders als beim Bier ist der Wein doch eher abhängig vom Wetter, Boden oder einer Holzfasslagerung etc. Ein Weinkenner kann im besten Fall den Jahrgang der Traube herausschmecken. Das wage ich beim Bier doch sehr zu bezweifeln.
Das kann man beim Getreide und beim Hopfen eher nicht sagen. Bier wird immer in Stahltanks gelagert und kurz gereift. Deshalb wird das Franziskaner Royal wohl einfach nur jedes Jahr anders eingebraut. Ich vermute einfach mit anderem Hopfen, anderer Hefe und anschließend, im Gegensatz zu den andere beiden Weizenbieren, länger oder kürzer gelagert. Wer weiß?
Dazu kommt auch noch die Haltbarkeit eines Bieres im Gegensatz zum Wein. Wein wird oft mit den Jahren besser. Bier wird im Gegensatz mit den Jahren einfach nur schlecht. Ich würde gerne das 2011 gegen dass 2012 testen. Dies wird aber
leider nicht möglich sein, da das 2011 Bier bereits über ein halbes Jahr abgelaufen sein wird...

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Bis Bald Olaf
Bildquellen: www.
InBev.de, marktjagd.de

nun ja, ist wohl eher eine werbegag....
AntwortenLöschenTja, und ich bin wohl voll drauf reingefallen
AntwortenLöschenInzwischen wird der 6er Träger beim REWE-Discounter für EUR 1,99 veräussert.
AntwortenLöschenOha, dann ist das Bier auch beim allgemeinen "Weizentrinker" nicht angekommen.
AntwortenLöschenDanke für die Info.
Gruß Olaf