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Montag, 18. Juli 2011

Von deutschen Rums und Deutschquiris - Teil 3/3

Willkommen zum dritten und letzten Teil unserer Blindverkostung deutscher Rums mit abschließendem Daiquiri-Workshop.

Nach der Auswertung des Tastings sollte nun zunächst eine allseits angenehme Rezeptur eines Daiquiris gefunden werden. Dafür wurden verschiedene Varianten aus gemixt und man einigte sich auf 6:3:1,5 (Rum:Limette:Rohrzuckersirup)

Durch das vorangegangene Tasting zeichneten sich natürlich schon einige Favoriten ab, andere kamen hingegen gar nicht erst in Frage für den Einsatz in einem Daiquiri.

  1. Versuch – Asmussen weiss
    (entgegen seiner schlechten Beurteilung im Tasting macht sich der weiße Asmussen in einem Daiquiri recht gut, nicht allzu charakterstark, aber durchaus gefällig)

  2. Versuch – Robinson 41
    (riecht leider nach Klebstoff & Lösungsmittel fällt somit völlig raus, laut Frau Wolf für einen typischen Daiquiri völlig ungeeignet, da zu typische Jamaika Note)

  3. Versuch – Hansen 40
    (Geschmack laut Frau Habelt eher seifig, die Mehrheit empfindet ihn aber durchaus einsetzbar, da man schon den Charakter eines Daiquiris erkennen kann, wobei man die Rezeptur überarbeiten bzw. anpassen müsste, im Vergleich zum Robinson 41 ein sehr deutlicher Unterschied)

Kurze Diskussion über die Grundsätze eines Daiquiris. Frau Wolf sagt, eigentlich nur mit weißem kubanischem Rum, der Rest dagegen meinte zumindest weißer Rum. Aber das soll nicht Thema sein, denn schließlich versuchen wir nur die Mixability der deutschen Rums heraus zu finden. Zitat Olaf: "Dann machen wir eben einen Deutschquiri!"

  1. Versuch – Asmussen 40
    (Asmussen und Balle teilen sich die Aufmerksamkeit, der Asmussen etwas gefälliger, runder und sanfter als der Balle)

  2. Versuch – Balle Rum
    (Balle ebenfalls nett, da etwas kräftiger, als der Asmussen, weil der Rum besser durch kommt)

  3. Versuch – Echter Jamaica Rum / von Have
    (fällt leider ebenfalls raus, da er im Daiquiri zu viele Eigennoten entwickelt bzw. sich der Rum mit der Limette beisst, könnte an der eigenen Süße des Rums liegen)

  4. Versuch – Robby 54
    (gefällig, aber nicht wirklich spannend, etwas zu süß, Olaf: durchaus ausbalanciert)

  5. Versuch – Robinson 55
    (Jan: sehr eigen, Schneider: sehr polarisierend, Wolf: eigenständiger Drink, der rein gar nichts mit einem Daiquiri zu tun hat, Habelt: zu stark, zu Rum lastig, unharmonisch, Olaf: fand die kräftige Rumnote gut)

  6. Versuch – Asmussen 54
    (Pannek: könnte einen Hauch mehr Zucker vertragen, seiner Meinung nach schmeckt man den Alkohol nicht heraus, Jan: schmeckt er hinten raus wie kalter Kaffee, Olaf: Rum geht völlig unter)

    Die letzten drei Kandidaten erinnerten mehr an Rum-Sours, als an Daiquiris.

Fazit:
Frau Schneider: "Ein Daiquiri braucht mindestens einen weißen Rum, keinen braunen, wobei es nicht unbedingt ein Kubanischer sein muss." Demnach eignen sich die deutschen Rums nicht wirklich für Daiquiris, wobei der weiße Asmussen die einzig annehmbare Drink war, der sich halbwegs als Daiquiri bezeichnen durfte. Frau Wolf stimmte dem zu.

Olaf: "Für mich eignen sich die deutschen Rums leider nicht für Daiquiris, im Winter in einem Grog sehr gerne..." Da wäre Heinrich Heine meiner Meinung gewesen.

Das Bartender Labor bedankt sich an dieser Stelle beim Rollberger-Team (Wilko Bereit, Nils Heins und der fleissigen Service-Rakete Soon Lee), die unser Tasting in Ihren heiligen Hallen zuliessen, sowie natürlich für die rege Teilnahme aller Rum-Interessierten.

Bis dahin - Euer Jens


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