
Eröffnet wird dieses kleine aber feine Büchlein mit einem Gedicht. Und das geht so:
Warum man Bowlen braut.
Ich kenn´ein einfaches Rezept,
nach welchem immer ich hab gelebt:
"Nimm eine Flasche Moselwein,
doch nur vom Besten darf er sein,
von dem, der gleich im Fett moussiert,
mit dem man Zipperlein kuriert.
Davon schenk ein volles Glas,
beschnüffle erst das edle Naß.
Dann gieß es langsam in den Mund,
bis Du kannst sehn des Glases Grund.
Drauf streichle mit der Hand dein Bauch
und schnalze mit der Zunge auch.
Dies wiederhol´so viele Mal,
bis das die erste Flasche all´,
dann ruf stets nach ´ner neuen Flasche,
Solang du Geld hast in der Tasche."
Ich kenn´ein einfaches Rezept,
nach welchem immer ich hab gelebt:
"Nimm eine Flasche Moselwein,
doch nur vom Besten darf er sein,
von dem, der gleich im Fett moussiert,
mit dem man Zipperlein kuriert.
Davon schenk ein volles Glas,
beschnüffle erst das edle Naß.
Dann gieß es langsam in den Mund,
bis Du kannst sehn des Glases Grund.
Drauf streichle mit der Hand dein Bauch
und schnalze mit der Zunge auch.
Dies wiederhol´so viele Mal,
bis das die erste Flasche all´,
dann ruf stets nach ´ner neuen Flasche,
Solang du Geld hast in der Tasche."
Das Buch, dass 1910 kurz vor dem ersten Weltkrieg entstand, ist mit vielen Detailverliebten Zeichnungen versehen.
Die Größe des Buches ist genau so konzipiert, dass es in die Brusttasche des Offiziers der Truppe passt.

Im Gegensatz zur Größe des Buches ist der Titel definitiv der längste, den es für eine Barbuch gibt. Denn im Orginal lautet der Name des Buches:
Neben der Beschreibung der Herstellung von Ananas-, Erdbeer-Mai- und Pfirsichbowlen, werden auch Bowlenrezepte für "besondere" Geschmäcker vorgestellt. Hier gibt es dann z. B. eine Selleriebowle erster und zweiter Art, sowie zwei Gurkenbowlen und eine Marschall Niel Bowle.
Letztere wird mit gelben Rosen zubereitet, welche nach Marschal Niel benannt wurden. interessant ist auch, dass jede Einheit oder Kompanie seine eigenen Rezepturen für die verschiedensten Bowlen und Drinks hatten.
In diesem Buch werden auch noch Pünsche und deren Rezepte vorgestellt, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen werde.
Denn richtig spannend wird das Werk erst, wenn wir zu den gemischten Getränken kommen.

Diese sind in verschiedene Rubriken wie Biermischungen, Kaffee und Absinth, American Drinks, Cobbler, Sours und Cocktails eingeteilt. Von jeder Rubrik werden nur zwei-drei Drinks mit Rezept vorgestellt.
Toll ist auch die schreibweise, wie manche Dinge beschrieben und erklärt werden. Hier ein kleiner Auszug aus dem Rezept des Champagner Cocktails:
" Wenn man Getränke wie Cocktails mischt, ist es eine Regel, dass man das Glas mit fein zerschlagenem Eis füllt bevor man die Ingredenzien hineintut..."
".... man thut auf einem Stück Würfelzucker einen oder zwei Schuß Angostura, fülle das Glas mit Champagner, mische es gut und füge ein kleines Stück Zitronenschale hinzu.
Ehe man die Citronenschale hineinlegt, drehe man dieselbe zierlich mit den Fingern, wodurch man das in der Schale enthaltene Citronenöl herauspresst, welches dem Getränk einen pikanten Geschmack giebt....."
"... ferner möchte ich bemerken, dass der Bartender den Zucker mit der Zuckerzange und die Früchte mit der Fruchtgabel zu hantieren hat."
Ich kann mir bei Leibe aber nicht vorstellen, wie damals die Soldaten im Schützengraben oder im Feldlager Cocktails mixten...

Dann gibt es auch noch sehr interessante und wissenswerte Dinge zu erfahren, oder wusstet ihr die Schweden Diebe sind? (siehe Bild unten)
zum Vergrößern auf das Bild Klicken

Name: Bowlen und Pünsche zum Manöver- und Feldgebrauch der deutschen Armee. Ein Rezeptbüchlein zur Bereitung von allerlei stärkenden Getränken, gesammelt aus den Kursen der Feldartilleire-Schießschule zu Jüterbog. Mit Anhang gastronomischen Inhalts.
Autoren: unbekannt
Verlag: unbekannt
Erscheinungsjahr: 1910 & 1978
Auflage: unbekannt
Preis: Ca. 20-50 €
Seiten: 144
Format: Gebunden
ISBN: 3873783568
Im Internet zu Kaufen hier
Die Größe des Buches ist genau so konzipiert, dass es in die Brusttasche des Offiziers der Truppe passt.

Im Gegensatz zur Größe des Buches ist der Titel definitiv der längste, den es für eine Barbuch gibt. Denn im Orginal lautet der Name des Buches:
Bowlen und Pünsche zum Manöver- und Feldgebrauch der deutschen Armee. Ein Rezeptbüchlein zur Bereitung von allerlei stärkenden Getränken, gesammelt aus den Kursen der Feldartilleire-Schießschule zu Jüterbog. Mit Anhang gastronomischen Inhalts.
Neben der Beschreibung der Herstellung von Ananas-, Erdbeer-Mai- und Pfirsichbowlen, werden auch Bowlenrezepte für "besondere" Geschmäcker vorgestellt. Hier gibt es dann z. B. eine Selleriebowle erster und zweiter Art, sowie zwei Gurkenbowlen und eine Marschall Niel Bowle.
Letztere wird mit gelben Rosen zubereitet, welche nach Marschal Niel benannt wurden. interessant ist auch, dass jede Einheit oder Kompanie seine eigenen Rezepturen für die verschiedensten Bowlen und Drinks hatten.
In diesem Buch werden auch noch Pünsche und deren Rezepte vorgestellt, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen werde.
Denn richtig spannend wird das Werk erst, wenn wir zu den gemischten Getränken kommen.

Diese sind in verschiedene Rubriken wie Biermischungen, Kaffee und Absinth, American Drinks, Cobbler, Sours und Cocktails eingeteilt. Von jeder Rubrik werden nur zwei-drei Drinks mit Rezept vorgestellt.
Toll ist auch die schreibweise, wie manche Dinge beschrieben und erklärt werden. Hier ein kleiner Auszug aus dem Rezept des Champagner Cocktails:
" Wenn man Getränke wie Cocktails mischt, ist es eine Regel, dass man das Glas mit fein zerschlagenem Eis füllt bevor man die Ingredenzien hineintut..."
".... man thut auf einem Stück Würfelzucker einen oder zwei Schuß Angostura, fülle das Glas mit Champagner, mische es gut und füge ein kleines Stück Zitronenschale hinzu.
Ehe man die Citronenschale hineinlegt, drehe man dieselbe zierlich mit den Fingern, wodurch man das in der Schale enthaltene Citronenöl herauspresst, welches dem Getränk einen pikanten Geschmack giebt....."
"... ferner möchte ich bemerken, dass der Bartender den Zucker mit der Zuckerzange und die Früchte mit der Fruchtgabel zu hantieren hat."
Ich kann mir bei Leibe aber nicht vorstellen, wie damals die Soldaten im Schützengraben oder im Feldlager Cocktails mixten...

Dann gibt es auch noch sehr interessante und wissenswerte Dinge zu erfahren, oder wusstet ihr die Schweden Diebe sind? (siehe Bild unten)
zum Vergrößern auf das Bild KlickenFazit:
Wenn man den traurigen Anlass des Buches ausblenden kann, bekommt man ein unterhaltsames kleines Büchlein in dem man gern schmökert.
Es ist definitiv nur etwas für Profis, da es keine Barkunde über die einzelnen Spirituosen oder das Werkzeug gibt. Auch mit den vielen Insider Bezeichnungen wie z. B. Ponyglas kann ein Laie nichts anfangen. Der Profi bekommt hier aber sogar einige Denkanstösse.
Vielleicht setzt er sogar demnächst mal eine Bowle an...
Für mich eine klare Kaufempfehlung!
Wenn man den traurigen Anlass des Buches ausblenden kann, bekommt man ein unterhaltsames kleines Büchlein in dem man gern schmökert.
Es ist definitiv nur etwas für Profis, da es keine Barkunde über die einzelnen Spirituosen oder das Werkzeug gibt. Auch mit den vielen Insider Bezeichnungen wie z. B. Ponyglas kann ein Laie nichts anfangen. Der Profi bekommt hier aber sogar einige Denkanstösse.
Vielleicht setzt er sogar demnächst mal eine Bowle an...
Für mich eine klare Kaufempfehlung!

Name: Bowlen und Pünsche zum Manöver- und Feldgebrauch der deutschen Armee. Ein Rezeptbüchlein zur Bereitung von allerlei stärkenden Getränken, gesammelt aus den Kursen der Feldartilleire-Schießschule zu Jüterbog. Mit Anhang gastronomischen Inhalts.
Autoren: unbekannt
Verlag: unbekannt
Erscheinungsjahr: 1910 & 1978
Auflage: unbekannt
Preis: Ca. 20-50 €
Seiten: 144
Format: Gebunden
ISBN: 3873783568
Im Internet zu Kaufen hier
Bis zum nächsten mal
Olaf

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen