
Jens hat ja die Frucht an sich schon vorgestellt. Jetzt ist es an mir euch ein Produkt daraus näherzubringen.
Einen Brand aus dieser Frucht habe ich nicht gefunden auch bei intensive Internetrecherche, bin ich in dieser Sache auf nichts gestoßen. Liköre aus der Kroatzbeere gibt es in dessen jedoch zahlreich.
Thorsten hat mir bei seinem Besuch bei mir in Hamburg einen dieser Liköre mitgebracht.
Es ist das bekannteste und auch älteste Produkt hergestellt von der Firma Moritz Thienelt. Früher in Berlin ansässig und jetzt in Rheinland Pfalz. Hier in dem romantischen Städtchen Traben Trarbach. Nur der Vertrieb ist in Berlin geblieben.
Wie lautet es im Werbetext so schön...:
"Seit hundert Jahren verwöhnt Thienelt Echte Kroatzbeere zahlreiche Genießer mit der Geschmacks-Raffinesse wilder Waldbrombeeren. Das Geheimnis der Liqueur-Spezialität liegt in der phantasievollen Original-Rezeptur. Der reine Saft aromatischer, wild wachsender Brombeeren verleiht der Edelspirituose die rubinrote Farbe und die charakteristische fruchtig-herbe Note. Auch in keiner gut bestückten Bar darf er fehlen. Sein genießerischer Entfaltungsspielraum ist schier unerschöpflich. Gekühlt, pur oder on the rocks, als köstlicher Kick in Mixgetränken, zur Verfeinerung von Gourmetgerichten oder als Krönung raffinierter Desserts."
Früher war die Beere ja ausschließlich im Wald zu finden. Aber diese Pflanze wuchert und wuchert. Bis in die Zentren großer Städte.
Eher lästig finden dort viele Kleingärtner diese Pflanze die einfach nicht auszurotten ist. Im Netz gibt es regelrechte Foren mit Tipps und Tricks zur Beseitigung der Pflanze. Allein, wenn man bei Google "Problem wilde Brombeere" eingibt, erscheinen 254.000 Ergebnisse.
Ich hab da den besten Tipp. Macht Likör draus!
Die Firma behauptet jedenfalls(wie oben auf dem Rücketikett beschrieben), dass die Beeren zur Herstellung des Likörs von Hand gepflückt werden. Wer aber schon einmal mit einem wilden stacheligen Brombeerstrauch unfreiwillig Bekanntschaft gemacht hat, der wagt diese These zu bezweifeln. Hier bekommt der Name KRATZbeere dann eine ganz neue Bedeutung.
Nun ja sei´s drum. Viel wichtiger sind ja auch andere Dinge.
Farbe:
Der Likör besitzt eine tolle tief dunkelrote Farbe.
Duft:
Erinnert eher an schwarze Johannisbeere. Eher schwach ausgeprägt.
Geschmack:
Sehr kräftige Brombeernote ohne zu süß zu sein. Eher herb mit einem Hauch Säure. Die Beere bleibt lange auf der Zunge und am Gaumen. Sehr angenehm, ohne andere störende Geschmäcker.
Ich habe sofort gedacht, dass der Likör mit einem Schaumwein aufgegossen, ein recht angenehmer Sommerdrink wäre.

Da Thorsten nun schon mal in Hamburg war, nutzten wir gleich die Gelegenheit einen Drink damit auszumixen und das Bartender Labor für einen Tag nach Hamburg zu verlegen.
Er hatte schon eine Idee für einen Drink und ich sollte ihm nun dabei helfen die richtige Zusammensetzung zu finden.
Seine Idee war es diesen kräftigen Fruchtlikör mit einem leicht rauchigen Whiskey zu paaren.
Heraus kommen sollte am Ende ein Fizz. Was soll ich sagen? Es funktionierte großartig.
Bis wir jedoch das richtige Verhältnis ausbalanciert hatten, hat es eine Weile gedauert.
Hier nun das Ergebnis:
Die Rubinrote Waldfee
- 3,5 cl Thienelt Echte Kroatzbeere 30 Vol %
- 2,5 cl Connemara Peatet Single Malt Cask Strength 57, 9 Vol %
- 2,5 cl frisch gepresster Zitronensaft
- 0,5 cl Monin Zuckersirup
- 5 cl Soda oder Mineralwasser mit viel Kohlensäure
Mit dem Barlöffel vorsichtig umrühren.
Deko: Brombeere.
Ein schöner kräftiger Drink, der trotz der enormen Stärke und einem Hauch Torf frisch und fruchtig bleibt.

Ja, ich weiß das Foto zeigt kein Longdrinkglas und keine Deko.
Ich hatte leider nur ein Longdrinkglas im Froster und eine frische Brombeere hatten wir am Sonntag um 22:30 h gerade nicht zu Hand.
Ich hoffe wir haben euch trotzdem einen tollen Likör vorstellen- und einen wirklich spannenden Drink präsentieren können.
Zum Wohl und bis bald
Olaf und Thorsten


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