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Sonntag, 6. März 2011

GSA-Kräuter- und Gewürzkunde - heute: Dill

Gebt es zu - Ihr könnt gar nicht genug bekommen von unseren Artikeln über Kräuter und Gewürze aus dem GSA Land. Und damit ich Euch nicht enttäusche, schreib ich heute mal etwas über den Dill (Anethum graveolens), der auch gerne Gurkenkraut genannt wird.

(Bildquelle: Wikipedia)

Geschichtliches:
  • bereits die Ägypter und Römer verwendeten den Dill als Gewürz- und Heilpflanze
  • die Ägypter gebrauchten ihn gegen Kopfschmerzen und zur Beruhigung
  • die Griechen gegen Schluckauf.
  • bereits im 1. Jahrhundert n.Chr. soll Dill nach Mittel- und Nordeuropa gelangt sein, zu Zeiten Karls des Großen gehörte er jedenfalls in jeden Garten der Pfalzen
  • Im Mittelalter legten sich die Bräute in einigen Regionen Dillzweige in die Schuhe auf dem Weg zum Traualtar, die ihnen Kraft geben sollten für den Kampf in der späteren Ehe (Anm. des Autors: selten so gelacht, beim lesen und schreiben...)
  • im alten Rom rieben sich zum Beispiel auch die Gladiatoren vor den Kämpfen mit Dill-Öl ein. Sie wollten damit einer Entzündung der Wunden nach dem Kampf vorbeugen
  • In Nordamerika sollen während längerer Predigten den Kindern Dillsamen zum Kauen gegeben worden sein, damit sie während dieser Zeit still blieben

Die Pflanze:
Dill ist im deutschsprachigen Gebiet eines der meistangebauten Gewürze. Ursprünglich stammt die Gewürzpflanze aus Vorderasien, wird heute jedoch weltweit angebaut. Dill ist eine einjährige Pflanze, die nur im Sommer reift und Wuchshöhen von bis zu 1 m erreicht. Die fadendünnen Blätter variieren von hellgrün bis grün-türkis und sind zart doppelt gefiedert. Die gelben Blütendolden sind gross aber luftig. Die eigentlichen Blüten sind sehr zierlich. Die gesamte Pflanze riecht deutlich nach Dill. Daran kann man sie auch von anderen Doldenblütlern unterscheiden. Die eiförmigen, braunen, trockenen Spaltfrüchte sind 3 bis 5 mm lang und reifen meist zwischen Juli und September.

Bildquelle: wikipedia

Die Inhaltsstoffe:
Dill besitzt viel ätherisches Öl und ist reich an den Mineralien Kalium, Natrium und Schwefel, sowie Vitamin C. Bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen wirkt Dill wie ein leichtes Beruhigungsmittel, außerdem wird Dill bei Hämorrhoidenleiden angewendet. Er ist auch leicht harntreibend. Bei stillenden Müttern steigert er die Milchbildung.


Stellt euch an dieser Stelle ein schickes Dill-Bild vor.
Leider hatte Marion von marions-kochbuch.de (trotz Quellverweis
und Link zu ihrer Webseite) etwas gegen uns... ;)




Die Verwendung:
Natürlich findet der Dill neben der Volksmedizin seine überwiegende Verwendung in der Küche. Dabei werden vor allem die Blütenstände, Blätter oder Samen verwendet. Die wohl häufigste Verwendung findet er hierbei vor allem beim Einlegen von Gurken. Aber natürlich passt Dill auch wunder bar zu verschiedenen Gemüsen und Salaten. Und was wäre eine tolle Soße zu Krebsen, Krabben und Fisch ohne Dill?. Dill lässt sich übrigens besser tiefgefrieren als trocknen. Das frische Kraut dagegen entfaltet besonders beim Zerreiben seinen Wohlgeruch.

getrocknete Dillsamen
(Bildquelle: wikipedia)


Durch Destillation wird das Dillöl aber auch für die Likörindustrie angereichert. Allerdings habe ich hierzu im Web nur ein einziges Destillat gefunden, allerdings ohne die Abbildung einer Flasche.



Wenn Ihr irgendwelche Spirituosen mit Dill kennt, sind wir natürlich für jeden Tip dankbar.

In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Sonntag.
Euer Jens

(Textquellen: Würzkraut, Kräuterverzeichnis, Heilkräuter, Wikipedia)

3 Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  2. na aquavit wäre da z.b. mal zu nennen – im aalborg find ich den dill schon ziemlich markant hinter dem kümmel.
    es gibt sogar einen dezidierten dill-vertreter:
    gilde dill aquavit

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  3. Hallo Constantin,
    wie Du gesehen hast, habe ich mich für den Aalborg entschieden. Der Gilde ist auch sehr fein, hat aber meiner Meinung nach eine nicht so ausgeprägte Dillnote.
    Gruß aus HH
    Olaf

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