
Die Geschichte:
Schon die alten Ägypter gaben ihren Toten Kümmel mit und auch in der Bibel wird Kümmel erwähnt (Matthäus 23.23 ). Die Römer hielten Kümmel für so wertvoll, daß sie den Kümmel von Sklaven bewachen ließen. An den Rastplätzen der großen Seidenstraße fanden sich Kümmelreste. Im Mittelalter sollte ein um den Hals getragener Beutel mit Kümmel vor Hexen und bösen Geistern schützen.

Die Pflanze:
Der Kümmel ist eine einheimische Gewürzpflanze aus der Familie der Doldenblütler und mittlerweile in der ganzen Welt verbreitet. Die großen Anbaugebiete sind in Deutschland, Frankreich, Holland, England und Schweden. Die 30 cm bis 100 cm große Pflanze, wächst auf mageren Gebirgs- und Mittelgebirgswiesen und an Wegrändern. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Blattrosette, erst im zweiten Jahr kommt der Blütenstand mit zwei- bis dreifach fein gefiederten Laubblättern hervor. Die kleinen weißen Blüten stehen in zusammengesetzten Dolden. Typisch sind dann der aromatische Duft und der Kümmelgeschmack. Die Samen können, wie bei vielen Doldenblütlern üblich, erst im zweiten Jahr geerntet werden.
Bildquelle: wikipedia
Die Wirkstoffe:
Die Kümmelfrüchte enthalten etherisches Öl, welches sich positiv auf unsere Verdauungsorgane auswirkt. Es fördert die Verdauung, wirkt krampflösend auf die Darmmuskulatur und lindert Blähungen. Bei Frauen die stillen fördert es die Milchproduktion und auch bei Husten kann Kümmel helfen, da er auswurffördernd wirkt.
Die Nutzung:
Aus Kümmel wird sowohl Schnaps, als auch Likör hergestellt. Der Kümmelschnaps (Aquavit) wird überwiegend in Norddeutschland produziert, wo man ihn plattdeutsch „Köm“ nennt. Der Kümmellikör (Allasch) dagegen wird überwiegend als Digestiv getrunken. Wie Thorsten mit seinem Berlin Sour bewiesen hat, kann man einen Kümmel aber auch in einen Cocktail einbinden. Weitere Tests mit Kümmelspirituosen sind natürlich vorgesehen.
Achtung:
Der Kümmel sollte auf keinen Fall mit dem Kreuzkümmel (Cuminum cyminum L.) verwechselt werden, da beide sehr unterschiedlich schmecken.
Bildquelle: wikipediaDer Kreuzkümmel, auch Cumin genannt, ist nämlich ein Gewürz aus den getrockneten und gemahlenen Früchten eines asiatischen Doldenblütengewächses. Die Bezeichnung „Kreuzkümmel“ leitet sich einerseits vom kreuzförmigen Blattstand der Pflanze ab, andererseits sehen die getrockneten Früchte dem Kümmel sehr ähnlich. Im Mittelalter benutzte man Kreuzkümmel als Pfefferersatz. Er hat einen starken süsslich-säuerlichen, leicht bitteren Geschmack und wird hauptsächlich in der indischen, türkischen und marrokanischen Küche eingesetzt. Man würzt dort damit Brot und Wurst, Hammel- und Hackfleisch oder Auberginen und Gemüsegerichte.

So langsam habe ich einen Almanach der Gewürze zusammen. Mir fehlt noch ein wenig die durchschnittliche Mazerationszeit beim Kümmellikör.
AntwortenLöschenEs geht aber sicherlich auch bald weiter. Da wareten noch einige Gewürze und Kräuter, die beschrieben und erklärt werden wollen.
AntwortenLöschenMit der Mazerationszeit kann ich leider nicht dienenm sorry.