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Donnerstag, 16. Dezember 2010

Tonic Water- Vom Medikament zum Erfrischungsgetränk


Bevor es hier den großen Tonic Water-Test mit 14 Tonics zu lesen gibt, habe ich mich gefragt, was ist eigentlich Tonic? Deshalb dachte ich, ich stelle dieses bittere Getränk einfach mal etwas näher vor.
Tonic aus dem Griechischen tonikos = Spannkraft gebend. Bei einem Stärkungsmittel spricht man auch bei uns von einem Tonikum.

Tonic ist nichts anderes als Chininwasser. Chinin nun, ein Extrakt der Chinarinde, ist ein in der Heilkunde sehr stark verwendetes Alkaloid von desinfizierender und zusammenziehender Wirkung, es war durch Jahrhunderte das einzige Heilmittel gegen Malaria. Auf dem Wege aus den Tropen hat das Chininwasser daher auch seinen Weg nach Europa gefunden. Die Engländer lernten das Chinin von den Eingeborenen in den Tropen kennen und fingen an, es vorbeugend gegen Malaria zu gebrauchen. Die Spanier sollen es in Südamerika schon im 17. Jahrhundert verwendet haben. Da Chinin sehr bitter ist, versuchte man es zu mischen, und so kam es mit dem bei den Engländern seit Jahrhunderten höchst populären Gin zusammen.

Wer die Mischung Gin/Chininwasser täglich gebrauchte, gewöhnte sich daran: Die Prophylaxe gegen Malaria und Grippe wurde eine „erfreuliche Pflicht", wie es in einigen Berichten aus dieser Zeit darüber heißt. Engländer, die in den Tropen viel Gin mit Chininwasser getrunken hatten, brachten diese Gewohnheit nach England mit. Allmählich wurde Tonic zu einem Getränk entwickelt, das nicht mehr der Hygiene, sondern nur mehr der Erfrischung dient. Die Industrie nahm sich der Sache an. Heute kann man überall Tonic kaufen. Natürlich enthält es heutzutage nur noch sehr wenig Chinin. Ca. 80 mg/l, also ein homöophatisches Quantum.

Außerdem wirkt Chinin auch noch Wehen anregend, weshalb schwangere keine Cininhaltigen Getränke zu sich nehmen sollten. Übrigens enthalten auch viele Magenbitter Chinin, da die Bitterstoffe als förderlich für die Verdauung gelten. In diesem Fall sind bis zu 300 mg/l zugelassen. Im Tonic Water sind, wie schon erwähnt, maximal 80 mg/ l enthalten. Das Chinin ist übrigens auch daran Schuld, dass das Tonic Water unter UV-Strahlung leuchtet.

Die Herstellung soll nicht ganz einfach sein, weil die verschiedenen Chininsorten — Chinarinde wird aus Mittel- und Südamerika und aus Südostasien geliefert — sehr verschiedene Geschmackseigenschaften haben.



Chinabaum

Chinarinde

Mehrere Arbeitsgänge sind überdies notwendig, um sicherzustellen, dass das Chininwasser klar bleibe. Ein Minimum aromatischer Substanzen der Zitrone muss zugesetzt werden. Am Ende wird das ganze dann natürlich noch mit Kohlensäure versetzt. Fertig. Das genaue Rezept, ist wie bei anderen Sachen, wie so oft Betriebsgeheimnis.

Darauf einen Gin Tonic

Zum Wohle und bis bald Olaf.

Tonic Water bei Wikipedia hier

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