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Sonntag, 8. Januar 2012

Die Leobar - Ein Barprojekt auf Zeit


"Die Zeit ist das Feuer in dem wir verbrennen."
Dr. Tolian Soran El-Aurianischer Wissenschaftler, 2371 A.D.

Das neue Jahr und gleich ein Tabubruch. Den wir vom Bartender Labor haben immer gesagt, dass wir nie über eine Bar berichten werden. Weder positiv noch negativ. In diesem Fall können wir mal eine Ausnahme machen. Den diese Bar wird definitiv das Jahr 2012 nicht überleben? Wie jetzt? Kaum offen, schon Pleite? Gibt es etwa wie bei der leider kürzlich geschlossenen Q-Bar Vertragsdifferenzen? Nein, der Grund ist viel profaner. Das Wohnhaus, in dem die Leobar residiert, wird in diesem Frühjahr abgerissen.

In den Räumlichkeiten der Bar befand sich vorher das Café Leonar. Eine Caféoase mitten im jüdischen Herzen Hamburgs. Kein Geschichtsschwangerer Raum sondern ein Café wo gelacht, gelesen, getrunken, gegessen und sich einfach getroffen wurde.
Benannt ist das Leonar nach einer jüdischen Firma, die im Vorkriegsdeutschland Fotopapier herstellte. Der Name setzt sich aus den Namen Löwenthal und Arndt zusammen. Das Café Leonar ist inzwischen 100 Meter weiter gezogen und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit.

Aber zurück zur Bar. Mit kleinem Budget haben Arash Karimi und Arnold Simmenauer das ehemalige Café in eine beachtliche Bar verwandelt. Die Kunst hierbei ist, dass sie so aussieht, als wäre sie in Hamburg bereits seit Jahren schon eine feste Institution der gemischten Getränke.
Ein großer Raum mit verschiedenen gemütlichen Sitzgruppen in der Mitte. Aber auch versteckt in der Ecke. Die Bar selbst ist umsäumt von einer festinstallierten Sitzbank aus Einzelsitzen, die mit braunem Louis Vuitton Leder bezogen sind. Sehr schräg aber irgendwie cool. Diese Sitzgelegenheiten erinnern mich an Flugzeugsitze aus einem Privatjet eines schrulligen Millionärs.


Eine Karte gibt es nicht. An einer Schiefertafel neben dem Rückbuffet sind dann einige Drinks angeschrieben. Nicht nur der Barkenner und der Spirituosenliebhaber bekommen natürlich auch andere Drinks und Cocktails. Alles sauber zubereitet ohne viel Tam Tam. Das Backboard der Bar sieht aus wie ein Bücherregal in dem Bilder Flaschen und Musikboxen gleichermaßen Platz finden. Alles sehr charmant. Die Spirituosen Auswahl ist solide gut und machen Lust auf einen schönen Barabend.


Auf ein Konzept angesprochen, antwortet Arash nur, dass es bei dieser kurzen Zeit einer Bar nur das Wohlfühlen im Vordergrund steht. Vorbeikommen und eine gute Zeit haben, so lange es hier noch geht.
"Einige Gäste sind jetzt schon tottraurig, dass die Bar nicht mehr lange existiert.
Die Leute vertröste ich dann auf das Café Leonar. Hier wird es später, nach dem Abends der normale Café- und Restaurantbetrieb eingestellt ist, weiter Drinks und gute Musik geben. Bei der Planung des neuen Café Leonar haben wir darauf geachtet, dass es eine vernünftige Cocktailstation gibt." So Arash weiter.
Arash selbst ist in Hamburg ja schon länger in der Barszene bekannt. Unter anderem hat er in den Riverkasematten sowie im Raven gearbeitet. Im Dezember letzten Jahres hat er den Repealday zusammen mit Jörg Meyer und Marcel Baumann in der Leobar veranstaltet.


In der Leobar mischen nun die Herren Karimi und Simmenauer mit der Unterstützung von Deniz Cömert jeden Abend feinste Getränke. Alle drei sind hervorragende Gastgeber, bei denen man sich gleich wohlfühlt.
Wenn ihr jetzt meint die Namen zu kennen, dann liegt ihr nicht ganz falsch. Das Trio war letztes Jahr unter dem Motto:
"Ein Jude, ein Perser und ein Türke mixen einen Cocktail. Likör verbindet!"
bei der Liquetition bereits am Start.

Von links: Arnold Simmenauer, Arash Karimi und Deniz Cömert

Also wenn ihr mal wieder in der nächsten Zeit in Hamburg seid, dann müsst ihr auf jeden Fall hier vorbei schauen, bevor es die Bar nicht mehr gibt...
Denn wer zu spät kommt, den bestraft .... Ach, ihr wisst schon...


Leobar
Grindelhof 59
20146 Hamburg

Wir sehen uns dort
Olaf

Samstag, 31. Dezember 2011

Vielen Dank...


"Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen"
Marcus Tullius Cicero (106-43), röm. Redner u. Schriftsteller
Es ist mal wieder so weit. Ein Jahr ist rum. Aus diesem Grund wollten wir uns bei allen treuen, sowie neuen Lesern unseres kleinen bescheidenden Blogs bedanken.
Auch dieses Jahr haben wir wieder viele Spirituosen aus dem GSA-Land, Früchte und Filler vorgestellt. Haben Tastings, Workshops durchgeführt, polarisiert und kontrovers über den Mixologyaward sowie den BCB diskutiert.

Für uns selbst war es ein sehr bewegtes Jahr.
Wir haben über das gesamte Jahr an vielen verschiedenen Tastings teilgenommen, Drinks gemixt, und konnten unter anderem als Team Likörlabor im Mai die Liquetition gewinnen! Zudem haben wir im Oktober für Euch in Hamburg St. Pauli gekocht.

Wir hoffen, dass wir euch gut durch das Jahr 2011 begleitet haben. Die Klickzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Hier konnten wir uns kontinuierlich steigern. Auch dafür ein großes
DANKESCHÖN !
Denn außer Euren Kommentaren ist das eine weitere Motivation sich jede Woche hinzusetzen und ein Thema vorzustellen.
Der meist gelesene Bericht 2011 war das Tonic Tasting mit über 14000 Aufrufen über das Jahr hinweg.

Aber auch für nächstes Jahr gibt es wieder eine Menge Themen zu besprechen.
Es wird auch etwas neues im Bartender Labor geben. Wir werden unser Spektrum, sowie unser Team erweitern.
Mehr dazu gibt es aber im nächsten Jahr. Ihr dürft gespannt sein...


Wir wünschen Euch ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2012
Zum Wohl !!


Bis bald Olaf
Bildquelle: www.
blog.conrad.de

Sonntag, 25. Dezember 2011

Die drei Muskeltiere - oder das Trio mit sechs stumpfen Hörnern


Ja, ja ich weiß nicht schon wieder ein Bericht über Red Bull. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, da ich immer noch daran glaube , dass sie einen tollen Filler für Longdrinks herstellen können.
Mit der Cola von Red Bull, haben sie es ja bewiesen, dass es geht. Übrigens wann gibt es in Deutschland endlich die RB Cola in Glasflaschen, wie in Austria?

Nun ja, pünktlich zu Weihnachten erreichte mich das Energy-Dreigestirn per Post. Direkt aus Österreich. Nein, nicht direkt aus Fuschl am See, sondern aus Niederösterreich. Die Verwandschaft machts möglich. Seit September 2011 ist das bunte Trio in der Alpenrepublik auf dem Markt.
Dort werden diese Getränke in Clubs und diversen Gaststätten gereicht. Mein letzter Kenntnisstand ist, dass die Energydrinks bis dato auch nur in Österreich verkauft werden.
Im Internet kann man sie jedoch problemlos bestellen.
Jetzt habe ich es mal gewagt mir alle drei zu Gemüte zu führen, um zu schmecken was die drei Stiere wirklich können. Kein Mitleid bitte.

Ereignisse werfen ihren Schatten vorraus. Oder auch nicht...

Red Bull Red Edition:
Es ist ganz anders als ich es das letzte Mal hier vorgestellt und probiert habe. Ganz dezenter Duft nach Johannisbeere.
Kräftiges Rot. Auch das ist anders als bei meinem ersten Bericht über The Red Edition von vor knapp einem Jahr. Auch das Dosendesign hat sich gewandelt. Jetzt ist auch der letztes Mal versprochene Cranberry Geschmack vorhanden. Ausreichend Kohlensäure. Nicht so extrem süß wie das original Red Bull.

Red Bull Silver Edition:
Durchsichtig. Unangenehm künstlicher Zitrusduft. Aber auch hier ist der Duft nicht zu übertrieben beißend, wie beim original Red Bull. Soll nach Limette schmecken, schmeckt aber eher so wie ein Toilettenstein im Herrenurinal riecht. Grausig, chemisch. Ebenfalls genug CO2.

Red Bull Blue Edition:
Violette Farbe. Duft nach Heidelbeeren. Weniger künstlich als gedacht. Blaubeerengeschmack. Glücklicherweise nicht so süß wie erwartet. Auch hier genügend Gas in der Limo.
Meiner Meinung nach das gelungenste der drei Produkte.

Energetisches Farbenspiel

Fazit:
Natürlich für eine Bar völlig uninteressant. Aber Abwechslung für alle Discotheken dieser Welt. Jetzt kann der Wodka Bull mal anders schmecken. Jawoll! Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass die drei Energygetränke nicht gleich eklig süß nach Gummibärchenblut riechen, wenn man die Dosen öffnet. Das ist aber auch das einzig positive.
Herr Mateschitz, mal wieder eine Chance vertan... Schade.

Bis bald Olaf

Montag, 19. Dezember 2011

Gin &Tonic Ausflug nach Berlin Teil II. Das Tasting


Das mise en place wurde vorbereitet. Hinter der Bar des Marqués herrschte wildes Getümmel. Das von Thomas Henry versprochene Elderflower Tonic war bereits pünktlich geliefert.
Die Tonics wurden kalt gestellt. Alles war vorbereitet.


Aber wie man die Berliner kennt, sind sie ja nicht immer pünktlich. Wenn man 16 Uhr sagt, ist es in ihren Augen eher eine Empfehlung, denn ein fester Termin. Einige kamen gar nicht, obwohl sie bezahlt hatten...
Vielleicht war es auch ein Fehler von uns, dieses Tasting an einem Sonntag stattfinden zu lassen. Ein Montag wäre doch vielleicht die bessere Wahl gewesen. Asche auf unser Haupt. Aber auch wir lernen dazu.
Egal, nach und nach kleckerten die ersten durstigen Gäste ein. Einige sammelten sich in Grüppchen an einem Tisch zusammen. Manche "Einzelkämpfer" setzten sich direkt an die Bar. In Pole Position sozusagen.
Es wurden viele Gins pur probiert. Das sah dann so aus...

Ginliste

später wurden diese dann mit Tonic gemischt und das sah dann z. B. so aus...

Wertungsbogen

Einen Favoriten zu benennen fällt schwer, da es einfach zu viele Gins zu probieren gibt.
Bei der Auswertung der Bögen, die abgegeben wurden, stellte sich jedoch heraus, dass der
... in Berlin ganz weit vorne in der Gunst der Bartender lagen.
Aber auch viele Außenseiter, wo die meisten Bartender vielleicht die Nase rümpfen, fanden ihre Liebhaber bzw. Liebhaberinnen. Zu nennen wären hier z. B. der Tanqueray Rangpoor, und der Greenalls Bloom. So ein Ergebnis ist großartig. Und so muss es auch sein. Dafür wird dieses Tasting gemacht. Aber einen Gin mochten irgendwie alle nicht. Das war der Brockmanns Gin. Der schmeckte ziemlich künstlich fruchtig wie ein Kaubonbon.

So, nun ein oder zwei Sätze zu den Tonics.
Das am häufigsten benutzte Tonic dieses Abends war ganz eindeutig das von Thomas Henry!
Die anderen drei waren so ziemlich gleich auf.

Und dann gab es ja noch das ab 01.01.2012 zu erhaltende Eldeflower Tonic von Thomas Henry. Die meisten Gäste haben es pur probiert. Ich auch.
Ich finde es sehr trocken. Die Kohlesäure ist hier gut ausbalanciert. Der Holundergeschmack kommt kommt ganz dezent durch, ohne zu penetrant zu sein. Feine Süße.

Das Holudertonic von TH

Holunder und Chinin sind zusammen durchaus eine gute Kombination und wird bestimmt mit dem ein oder anderen Gin sehr gut funktionieren. Mein Tipp ist hier der Sipsmith Gin mit Thomas Henry Elderflower. Das spritzige Holunder Tonic balanciert die starke Wacholdernote schön aus.
Und das mit der limitierten Auflage für das Holunder Tonic wird sich auch sicher bald erledigt haben und dann bestimmt fest ins TH Repertoire aufgenommen werden. Da bin ich mir ganz sicher.

Da das Thema Gin & Tonic Tasting so ein großer Erfolg ist wird Oliver Steffens weiter machen und seine großartige Ginauswahl zur Verfügung stellen.
Das Beste ist, die G&T Tour geht weiter. Es gibt schon zwei Termine für 2012 !! Und zwar wird es in München am 08.03.2012 im Couch Club durchgeführt und am 13.05.2012 in Wien. Hier wird es die Bar The Sign sein die, die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.
Also liebe Münchner und Wiener auf geht´s. Meldet euch an. Bei Facebook gibt es mehr Infos darüber.
Aus Wien gibt es auch schon Interesse. Also, die Tour geht weiter....
Na, Dresden wie wärs? Frankfurt Interesse? Was ist mit Köln und Stuttgart.
Meldet Euch einfach.

Am Ende des Tastings genehmigte ich mir einen Gin Tonic aus vergangen Tagen. Das war bestimmt so Ende der 80 er gewesen, als ich meinen ersten Gin Tonic getrunken habe.
Und ich muss sagen, dass ein Gordons 47% mit Schweppes immer noch ein sehr guter Gin Tonic ist !

Ganz besonders Danke möchten wir noch folgenden Personen sagen, die dieses Tasting toll unterstützen:
Geranium Gin (Henrik Hammer)
Monkey 47 & Monkey 47 Distillers Cut (Black Forrest Distillers)
Tanqueray Ten (Heiko Tagawa, Diageo)
The Duke Gin (Maximilian Schauerte)
und
Finsbury 60% (der großartige Sven Sudeck, Borco)

Hier noch als Service für Euch, die komplette Gin-Range !
Zum Vergrößern bitte aufs Bild klicken





Bis bald Olaf.

Sonntag, 11. Dezember 2011

B hoch 3 oder was man mit 750 Litern Bockbier anstellt

Immer wieder Sonntags...

...haben meine Freundin und ich ein Ritual. Wir gehen ins Rollberger. Die kleine sympathische Brauerei im Herzen von Berlin-Neukölln, über die wir hier bereits berichteten. Dort lassen wir in aller Ruhe das Wochenende ausklingen. Die verrückte Bedienung Soon Lee findet dort ihren Ausgleich zum Fotografieren (sie sorgt u.a. für die tollen Bilder von Mike Meinkes Barlife Experience Tours oder anderen Events). Meist ist einer der beiden Betreiber da und so hält man mit Nils Heins oder Wilko Bereit ein kleines Schwätzchen.

Und wie wir letzten Sonntag wieder einmal dort am Tresen sitzen, stellt mir Nils ein Nosingglas vor meinen Riecher und wartet mit einem leichten Grinsen im Gesicht auf meine Reaktion. Und ich habe natürlich keinen blassen Schimmer, was er mir da hingestellt hat.

Ich schwenke also die klare Flüssigkeit und sehe tolle Bögen, die sich am Glasrand abzeichnen. Scheint also schonmal etwas Hochprozentiges zu sein. Ich halte also meinen Rüssel ins Glas. Tequila kann es nicht sein, nicht mal ein Hauch von Agave. Der leicht alkoholische Geruch lässt mich kurz Wodka vermuten, aber dafür ist der Geruch wieder irgendwie zu speziell. Ich lasse also einen ersten Schluck über die Zunge gleiten. Wow! Legt sich sofort geschmeidig überall im Mund hin. Die sehr fruchtige Note lässt dann einen Brand vermuten, welches von Nils sofort bestätigt wird. Aber hey, was ist das für ein Geschmack im Abgang? Schmecke ich da tatsächlich einen Hauch von Hefe und dunklem Bier? Wie soll das denn bitte gehen?


Ganz einfach - B3 heisst das verrückte Gesöff und steht für BockBierBrand! Und mir fällt sofort Ray Garveys neue Wortkreation ein, die er in "The Voice of Germany" zum Besten gab: un"fucking"fassbar!

Nils grinst und auf meine Frage, wie man denn auf so eine Idee kommt, gibt er gern Auskunft.
Man nehme einen verrückten Brau- und Mälzmeister (Wilko Bereit), 750 Liter Bockbier, die man übrig hat und nicht mehr verkaufen, geschweige denn aber in den Gully kippen möchte und einen Kontakt zu Diplom Brauingenieur Martin Eschenbrenner, der in Berlin Wedding seit 2001 in der Hausbrauerei Eschenbrenner nicht nur tolle regionale Biere, sondern auch Brände herstellt.


So wurden die 750 Litern also kräftig destilliert und heraus kamen 30 Liter eines Bockbierdestillats mit einem Alkoholgehalt von ca. 82-85 % Volumen. Da das natürlich blind und doof machen würde, setzte Wilko den Brand mit seinem Brauwasser auf eine Trinkstärke von etwas mehr als 40 % Volumen herab und füllte es in schlanke 0,2 Liter Fläschchen ab. Und ich kann nur noch einmal sagen: Wow! Echt der Hammer! Umso größer war natürlich meine Freude, als Nils mir ein liebevoll versiegeltes und handbelabeltes Fläschchen für diesen Bericht überliess...!

B hoch 3 wird es aufgrund der begrenzten kleinen Stückzahl nicht im LEH-Verkauf geben, aber alle Brandinteressierten Berliner können von Donnerstag bis Sonntag jeweils ab 17 Uhr in der Werbellinstr. 50 in den Genuss des köstlichen Destillats kommen und dort auch - falls gewünscht und solange der Vorrat reicht - ein Fläschchen für sagenhafte 10,- € käuflich erwerben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich an Sonntag Abenden neben Euch am Tresen sitze, ist nicht grad klein... ;)

Bis dahin - Euer Jens

Montag, 5. Dezember 2011

Gin &Tonic Ausflug nach Berlin Teil I. Die Anreise.

Der Auftrag war klar. Berlin bekommt die Möglichkeit, sich durch über 100 Gins und fünf Tonics zu probieren. Der Opel Meriva von Herrn Steffens war bis unter den Wagenhimmel gepackt. 109 Gins und etliche Trays Tonic brauchen eben Platz. Die Schnittchen waren geschmiert und die Thermoskannen mit Kaffee und Tee fanden noch im Fußraum der Beifahrerseite Platz. Es konnte also losgehen von Hamburg nach Berlin.

Die Gute Laune wurde im wahrsten Sinne des Wortes nur durch den starken Nebel getrübt, der sich auf der Autobahn A 24 breit machte. Sichtweiten von unter 50 Meter zwangen uns dazu, sehr vorsichtig zu fahren. Spät abends kamen wir sicher in Berlin Kreuzberg an.
Nachdem wir glücklicherweise in der Nähe des Marqués einen Parkplatz gefunden hatten, checkten wir in unserem sehr skurrilen aber interessanten Hotel Lekkerurlaub mitten im Graefe Kiez ein.

Zimmer im Lekkerurlaub

Wir schickten Stoßgebete gen Himmel, dass der Berliner Feuerteufel unseren Pkw verschonen möge. Den angesichts der hohen Alkoholkonzentration im Wagen, konten wir die Sicherheit für ganz Kreuzberg und Neukölln nicht garantieren.

Schnell frisch gemacht stürzten Olli und ich uns ins Berliner Barleben. Wir wollten uns zwei Bars an diesem Abend anschauen, die wir noch nicht kannten. So zog es uns in die neue Wirkungsstätte der Herren Albrecht & Hinz (wäre ein cooler Barname) nach Prenzlauer Berg. Immertreu heißt es hier und bezieht sich damit wohl auf die zukünftigen Stammgäste der Lokalität. Ricardo öffnete uns, nachdem wir die Klingel betätigt hatten, sichtlich irritiert ob unserer Anwesenheit, die Tür. Langer Tresen mit Jacken- und Taschenhaken. Ich mag das!
Im Laufe den nächsten Stunden servierte er uns jeweils zwei tolle Drinks. Es wurde später als gedacht. Aber wer von Euch kennt das nicht?

Nun zogen wir weiter nach Friedrichshain. Genauer gesagt in die Booze Bar.
Trotz der schon recht fortgeschritten Zeit empfing man uns an der Bar ungekünstelt freundlich.
Die beiden jungen Herren hinterm Tresen hatten sichtlich Spaß an ihrem Beruf und wir zwei weitere gute Drinks.


Zum Abschluss gab es für mich noch ein Rollberger Bier vom Fass, um dann mit dem Taxi stark angetrunken zurück ins Hotel zu fahren.

Am nächsten Morgen so gegen 13 Uhr fand ich mich am Frühstückstisch des Hotels wieder. Voller Tatendrang suchten wir das Marqués auf. Herr Wolff und seine Herzdame waren bereits dabei, die Bar auf die kommende Veranstaltung vorzubereiten. Hierfür musste das komplette Rückbuffet leergeräumt werden.


Jetzt wurden Insgesamt 17 Kartons von Herrn Steffens und mir in die Souterrain-Bar verfrachtet. Akribisch und nach Plan stellte Olli Flasche für Flasche im inzwischen leergeräumten Barregal auf. Thorsten Pannek war als erster Gast schon über eine halbe Stunde vor Beginn des Tastings da. Selbstverständlich durfte seiner Meinung nach eine Mampe Dry Gin Flasche nicht fehlen. Die brachte Herr Pannek nämlich freundlicher Weise mit und stellte sie für die Verkostung zur Verfügung.


Was jetzt nur noch fehlte, waren die anderen Gäste.
Mit dem Tasting und anderen Geschichten geht es dann im zweiten Teil weiter.

Bis bald, Euer Olaf

Bildquelle: www.lekkerurlaub.de

Mittwoch, 23. November 2011

Franziskaner Royal Jahrgangsbier - Neue Wege beim Weizenbier

Gleich zu Beginn möchte ich hier festhalten: Bier gehört in eine Bar !
Wie sieht es denn aber nun mit Weizenbier aus? Da scheiden sich die Geister. Im Norden der Republik vielleicht eine berechtigte Frage. In Bayern kann man bestimmt nicht verstehen, warum diese Frage überhaupt gestellt wird. Okay, das sind regionale Sichtweisen. Am Ende sollen das andere Entscheiden...

Man kann das Rad nicht neu erfinden, trotzdem suchen Bierkonzerne weiter nach innovativen Ideen, wie man sein Produkt interessanter machen kann. Da gibt es nun die hippen Biermischgetränke allá Veltins V+, Schöfferhofer Grapefruit oder Beck´s Green Lemon, um nur einige zu nennen.Im Gegensatz dazu gibt es nun den Trend ganz edle Gerstensäfte zu brauen.
Nachdem Braufactum bereits neue Wege geht und sogenannte Edelbiere herstellt, kommen nun auch die Braugiganten, wie in diesem Falle die zum InBev Konzern gehörende Franziskaner Brauerei in München darauf, einen ganz besonderen Gerstensaft herzustellen.
Franziskaner führt nun dieses Jahr zum ersten Mal ein Jahrgangsweizen ein!

Was bedeutet das?
Im Pressetext heißt es:
Die Franziskaner Braumeister werden jedes Jahr eine neue Rezeptur Jahrgangsweissbier komponieren, so dass jedes Jahr ein neues Geschmackserlebnis präsentiert werden kann.
Auch im Jahre 2012 wird es dann ein Jahrgang des Weizenbieres geben. In der
Blogwelt wurde dieses Bier auch schon vorgestellt. Den besten Bericht fand ich hier bei what a drink.
Aber wir sind ja nicht irgendein Blog. Nein, wir gehen einen Schritt weiter und haben das "königliche" gegen das kristallklare Franziskaner und dem Naturtrüben Hefe verkostet.


Optisch präsentiert sich die Flasche Fraziskaner Royal im Gegensatz zu seinen Brüdern sehr hochwertig. Dominierend sind hier die Farben Gold, schwarz und Anthrazit, sowie eine Kronkorkenfolierung. Was mir sofort auffällt, ist dass keine Jahreszahl auf dem Etikett zu finden ist. Aus welchem Jahr ist den nun dieses Jahrgangsweizen? Vermutlich aus 2011, da es ja dieses Jahr zum ersten Mal präsentiert wird.
Hier nun die drei Bayern im Direktvergleich. Fangen wir gleich mit dem Royalen an.

Franzikaner Royal:
Alkoholgehalt : 5,0 Vol. %
Gebinde : 0,5 l Glasflasche
Optik : Leicht trüb. Nicht so trüb wie das Hefeweizen aber auch nicht Kristallklar. Honiggelb. Schöne, üppige, feinporige Schaumkrone. Stark perlend.
Nase : Feiner Hefeduft paart sich mit einer leichten Bananennote. Sehr angenehm.
Mundgefühl : Stark moussierend auf der Zunge. Leichte Schaumbildung.
Geschmack : Hier setzt sich der positive Eindruck aus der Nase leider nicht fort. Leicht fruchtig. Oder besser gesagt eher säuerlich. Leichte bittere Hopfennote. Nicht vollmundig.
Nachhall : Die Bitternote ist schnell verflogen. Am Ende bleibt ein wenig Säure und eine ganz große leere.

Franziskaner Kristallklar:
Alkoholgehalt : 5,0 Vol. %
Stammwürzegehalt : 11,8 %
Gebinde : 0,5 l Glasflasche
Optik : Schöne Bernsteinfarbe, feine Perlage, etwas gröbere Schaumkrone.
Nase : Fast neutral, kaum hefig
Mundgefühl : Leicht moussierend, keine Schaumbildung eher frisch und spritzig.
Geschmack : Tolle würzige Weizenbiernote. Mehr Geschmack als die Nase vermuten lies, Feine Hopfenbittere. Hier kam von allen dreien der Hopfen am stärksten zur Geltung.
Nachhall : Der Hopfen dominiert, leichte Bananennote.

Franziskaner Naturtrüb:
Alkoholgehalt : 5,0 Vol %
Stammwürzegehalt : 11,8 %
Gebinde : 0,5 l Glasflasche
Optik : Trüb, sattes Goldgelb, schöne üppige und feinporige Schaumkrone. Feine Perlage
Nase : Nur ein Wort: Banane
Mundgefühl : leicht moussierend, stärkere Schaumbildung
Geschmack : Hefig, würzig, bananig, kurz gesagt extrem süffig
Nachhall : Hefe und Banane

Das Franziskaner Royal kann man in einem Fünferpack kaufen in dem dann noch ein speziell für dieses Weizen hergestelltes Weissbierglas enthalten ist. Dieses soll durch seine extravagante Form die besondere Aromavielfalt unterstützen. Zu dem ist der Glasrand anders geformt, um
einen optimalen Trinkgenuss zu unterstützen. Das Glas ist chic aber sehr wackelig durch den schlanken Fuß.


Fazit: Der Geschmackssieger ist hier klar das Hefe. Es offenbart sich hier gegenüber den anderen als Geschmacksbombe. Das Franziskaner Royal hingegen ist überflüssig wie ein Kropf. Braucht man beim Bier, ähnlich wie beim Wein, einen Jahrgangstropfen? Ein ganz klares Nein! Denn anders als beim Bier ist der Wein doch eher abhängig vom Wetter, Boden oder einer Holzfasslagerung etc. Ein Weinkenner kann im besten Fall den Jahrgang der Traube herausschmecken. Das wage ich beim Bier doch sehr zu bezweifeln.
Das kann man beim Getreide und beim Hopfen eher nicht sagen. Bier wird immer in Stahltanks gelagert und kurz gereift. Deshalb wird das Franziskaner Royal wohl einfach nur jedes Jahr anders eingebraut. Ich vermute einfach mit anderem Hopfen, anderer Hefe und anschließend, im Gegensatz zu den andere beiden Weizenbieren, länger oder kürzer gelagert. Wer weiß?
Dazu kommt auch noch die Haltbarkeit eines Bieres im Gegensatz zum Wein. Wein wird oft mit den Jahren besser. Bier wird im Gegensatz mit den Jahren einfach nur schlecht. Ich würde gerne das 2011 gegen dass 2012 testen. Dies wird aber
leider nicht möglich sein, da das 2011 Bier bereits über ein halbes Jahr abgelaufen sein wird...

Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Bis Bald Olaf

Bildquellen: www.
InBev.de, marktjagd.de

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